Erste Studie zur Rolle von Frauen am Arbeitsplatz in Saudi-Arabien Veröffentlicht

Saudi Glowork

Zum ersten Mal in der Geschichte des saudi-arabischen Königreiches, wurde eine Studie im Land durchgeführt, welche die Rolle von Frauen am Arbeitsplatz und in Führungspositionen untersuchte.

Der Bericht ist das Resultat gemeinschaftlicher Bemühungen von zwei, regional sehr bekannten Unternehmen: Glowork und AccountAbility. Die Firma Glowork selbst wurde von jungen Unternehmern gegründet, deren Ambition es ist, mehr Unterstützung und Förderung von Frauen zu verbreiten. AccountAbility ist zudem eine führende Organisation im Bereich der Foschung, Standardisierung und agiert als Beratungsunternehmen.

Die beiden Firmen haben sich zusammengeschlossen, um mehr als nur die Thematik der Frauenbeschäftigung zu untersuchen. Ziel war es stattdessen, speziell die Rolle der Frau in Hinsicht auf Führungspositionen zu untersuchen. Beide Firmen glauben stark an einen positiven und nachhaltigen Mehrwert in der Diversifizeirung des Arbeitsplatzes, speziell unter Führungskräften.

Der hochdetailierte 40-Seiten Bericht mit dem Titel „The Women in Management and Leadership in the Kingdom of Saudi Arabia 2017“,  wurde durch eine Online-Umfrage zur Datenerhebung zusammengestellt, mit Resultaten von mehr als 300 kleinen, mittelgroßen und großen Firmen aus dem Land.

In einem Interview mit Arabia Now in Riad, erklärte Gründer und CEO von Glowork, Khalid Al Khudair: „Die Resultate zeigen, dass es derzeit mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt gibt, als je zuvor. Es gibt zudem mehr Frauen in leitenden Positionen, dass heißt nun können wir anfangen Vergleiche zu ziehen. Frauen waren schon immer Bestandteil des Arbeitsmarktes in Saudi-Arabien, jedoch sind sie nun auch verstärkt in unterschiedlichen Sektoren sichtbar.“

Die Online-Umfrage deckte fast 20 unterschiedliche Gebiete diverser Industriezweige ab, einschließlich IT, gewerbliche Investitionen, Transportwesen,  Konsumgüter, Petrochemie und Tourismus. Die Befragten gaben dabei Feedback zu 15 Fragen, beispielsweise über Praktiken und Richtlinien zur Einstellung von Frauen im Allgemeinen, Frauen in leitenden Funktionen im Speziellen, sowie Hürden in Bezug auf Karriereförderung in den Bereichen von leitenden Funktionen.

Darüberhinaus auf die Strukturierung der Umfrage und deren Ergebnisse angesprochen, bemerkte Al Khudair: „Wir haben ein Jahr für die Zusammestellung und Auswertung benötigt. Zuerst waren einige Firmen über ihre Datenmitteilung besorgt. Sie wollten nicht wirklich mit uns ihren aktuellen Standpunkt in Bezug auf Diversity und Frauen in Führungspositionen teilen. Aber nun erkennen sie, dass sich die Situation ändert und mehr Frauen denn je in Industrieweigen des Privatsektors Anstellungen finden. In den letzten paar Monaten allein, haben wir weibliche CEO’s für Unternehmen wie der saudischen Börse und für die größte Bank im Land gewonnen. Die Situation wandelt sich also schnell für Frauen und sie erhalten mehr und mehr Zugang zu Führungspositionen.“

Zwei Unternehmen im Land, die beispielsweise die Rolle von Frauen am Arbeitsplatz unterstützen, sind General Electric (GE) und Unilever KSA. Su Corkeron, Leiterin der Personalabteilung für GE in der Golfregion wird in dem Bericht wie folgt zitiert: „Frauen am Arbeitsplatz und im Management unterstützen die Fähigkeit des Unternehmens, Arbeitnehmer einzustellen, die unterschiedlich denken und unterschiedlich agieren.“ Unilever KSA hat Geschlechtergleichheit zu einem zentralen Thema und Aspekt seiner Arbeitnehmerbewertung und einer Priorität des Unternehmens gemacht.

Diese beiden Unternehmen werden ein Vorbild für andere Firmen in Saudi-Arabien darstellen, die sich bisher noch nicht mit der Integration von Frauen in leitenden Positionen auseinandergesetzt haben. Unter den Hauptergebnissen der Studie wurde aufgelistet, dass Firmen verstärkt den Mehrwert von Investitionen in integratives Personal sehen. Drei in vier Befragte gaben zu, dass sie, mit Involvierung von weiblichen Personal, Zuwachs in der Produktivität ihrer Arbeitnehmer sahen.

Mit diesem neuen Bericht, so erklärte Al Khudair abschließend: “Die Zukunft sieht vielversprechend aus.“

Der vollständige Bericht kann hier als PDF aufgerufen werden.